Monogenetic – Graffiti auf der O15

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Graffiti sowie die daraus hervorgegangenen Spielarten stehen derzeit hoch im Kurs. Spätestens seit Banksys globalem Triumphzug absorbiert die etablierte Kunstwelt diese ursprünglich außerhalb jedes institutionellen Rahmens stattfindenden Ausdrucksformen. Gleichzeitig werden Tag für Tag illegale Werke auf Zügen und Wänden als Vandalismus gebrandmarkt, strafrechtlich verfolgt und entfernt. Graffiti finden legal oder illegal statt, sie verärgern oder erfreuen, sind als „Vandalismus“, „Sachbeschädigung“, „unerlaubte Veränderung“ einer Oberfläche“, als Jugendkultur oder als anerkannte Kunst rezipiert. Auf die Frage „Was ist Graffiti?“ kann die Ausstellung deshalb auch keine Antwort geben, vielmehr inszeniert sie individuelle Interpretationen des Begriffs. Während einige der Künstler dem klassischen Buchstaben-Graffiti in all seinen Facetten treu geblieben sind, haben andere die Sprühdose beiseitegelegt und nutzen unterschiedlichste Techniken und Medien, um ihre langjährige technische, materielle sowie inhaltliche Auseinandersetzung mit Graffiti zu reflektieren, zu dokumentieren oder auch zu parodieren. Einige anonyme Akteure aus der illegalen Szene stellen ihre Werke unter Pseudonymen aus, während andere ihr Alter Ego abgelegt haben und mit bürgerlichem Namen auftreten. Bewusst möchte die Ausstellung legal und illegal arbeitenden Künstlern unter dem Leitgedanken eines „Familientreffens“ eine Plattformbieten. Wie in einer weit verzweigten Familie ähneln sich die künstlerischen Positionen aufgrund ihres gemeinsamen Ursprungs und werden in der öffentlichen Wahrnehmung zumeist doch als grundverschieden erachtet.

Die facettenreiche Ausstellung überrascht mit kleinen Wandmalereien und großflächigen Murals ebenso wie mit Skulpturen, dokumentarischer Fotografie, audiovisueller Videokunst, Performances und konzeptionellen multimedialen Rauminstallationen.

Kuratoren

  • Florian Bölike, Graffiti-Künstler und Kunstvermittler, ATLJAE Kunstvermittlung
  • Fabian Kassner, Graffiti-Künstler, Kunstwissenschaftler und Kunstvermittler
  • Thomas Dietze, Leiter der IBUGg, www.ibug-art.de
  • Stefan Gregor, Graffiti-Künstler und Experte für Kunst im öffentlichen Raum

Projektkoordination

11./12.07.2015 Graffiti-Special am Eröffnungswochenende

Wall Meetings, Workshops, Art Sale Kunstmarkt, Filmscreening, Graffiti-Highlights zur Museumsnacht und vieles mehr: Erfahren Sie hier den detaillierten Ablauf der besonders farbenfrohen Tage und Nächte! Die Highlights:

 11.7.2015 18:00 – 1:00 Uhr Graffiti Night @ O15

Bunte Museumsnacht: Rundgang durch die Grafitti-Ausstellung, Crew Battle mit Palais Palett Club-Installation, Sprüher-Wettbewerb mit Tanzmusik, H 11 | OSTRALE-Gelände

12.07.2015 20 Uhr Stefan Pohl »Hello my name is – German Graffiti«

Dokumentarfilm, 60 min, englisch untertitelt, Filmtheater Schauburg Dresden