error: X – Grauzonen der Identität

Einen thematischen Schwerpunkt der OSTRALE´O16 bildet der Blick auf zeitgenössische Kunst aus nicht westlichen Ländern und dem Kontinent Afrika. In enger Zusammenarbeit mit Künstlern und Kuratoren aus Afrika soll, durch nachhaltige Kooperationen mit künstlerischem Austausch in beiden Ländern, sowohl die OSTRALE in Dresden um afrikanische und entwicklungsproblematische Sichtweisen erweitert als auch der Blick europäischer Künstler und Teilhaber in die Partnerländer getragen werden. Ein großer Schwerpunkt hier wiederum ist die Zusammenarbeit afrikanischer und europäischer Künstler und die damit verbundene aktive Auseinandersetzung mit ihren unterschiedlichen Kulturen und der lautwerdenden globalen Frage: Between Us – SPACES „Was bleibt, wohin gehen wir?“

Benni SW, Foto: Anja Hebrank

Benni SW, Foto: Anja Hebrank

Between Us – SPACES: Syowia Kyambi künstlerische Leiterin des Syowia Studios, Kenia
Die Bilder / Performance / Darstellungen der Künstler veranschaulichen die Symbiose zwischen dem traditionellen Afrika und den Errungenschaften Europas. Sie zeigen geistige Unabhängigkeit, den Durchbruch zur eigenen Persönlichkeit, Kunst als Brennpunkt für die Widersprüche und Entfremdungen der „neuen“ gesellschaftlichen Erfahrungen.

Das Zitat von Louise Bourgeois: „Art is a garanty of sanity“ (Kunst ist eine Garantie auf geistige Gesundheit) beschreibt die Macht der Kunst und die Courage des Künstlers, an gefährlichen Orten und in gefährlichen Zeiten zu arbeiten.

Wir sind auf Arbeiten und Zusammenarbeiten aus, die einen sehr klaren, konzeptionellen, formalen und emotionalen Inhalt suchen: Zusammenarbeit zwischen Künstlern aus Kenia und Deutschland, speziell Nairobi und Dresden, neben weiteren Subsahara-Staaten und europäischen Positionen.

Arbeitsgedanke: Syowia Kyambi (syowia studio), geb: 1979, Nairobi

Einzelheiten über das gemeinschaftliche Projekt: Dresden – Nairobi

Between Us – SPACES“ ist eine künstlerische Zusammenarbeit mit einer Gruppe von Künstlern und Performern aus Dresden und Nairobi, die während der Ausstellungsdauer Teil eines künstlerischen Vorganges je an unterschiedlichen Orten sind. Das Thema: „Wie nehmen Sie diesen Ort wahr? Wie nehmen wir einander wahr?“ ist die Grundlage für die Entwicklung des Werkes. Die Ergebnisse sind Installationen aus Mischtechnik, Aufführungen, Videos und Fotografie. Die Hauptthemen beschäftigen sich damit, wie man wahrgenommen wird, mit der Selbsteinschätzung dieser Außenwahrnehmung und damit, wie man wahrgenommen werden will. Syowia Kyambi wird Dresden und Nairobi als die zwei Städte für diese Untersuchung verwenden.

Arbeitsgedanke: Nicole Meier (carrot dancers), geb: 1976, Dresden

Meier, Nicole OSTRALE´O12

Meier, Nicole OSTRALE´O12

Between Us – SPACES“ ist nicht nur ein genreübergreifendes Projekt zwischen zeitgenössischer Kunst, Tanz, Performance und Musik, sondern insbesondere auch eine kulturenübergreifende Arbeit. Kyambi aus Kenia und Meier möchten ein Projekt wagen, das in der heutigen Zeit von öffentlichem Fremdenhass, Fremdengewalt und Intelligenzflüchtlingen Mut zeigt und einen Austausch zwischen fremden Kulturen, anderen Hautfarben und verschiedener politischer Wahrnehmung ermöglicht.

Arbeitsgedanke: Andrea Hilger (künstlerische Leiterin OSTRALE), geb: 1970, Leipzig:

AH: Wir haben alle blinde Flecken, über die wir nicht nachdenken. Die Kunst sollte das Werkzeug sein, diese aufdecken zu können. Es geht auch um den Wandel des ökologischen Gleichgewichts. Dresden gilt vor allem als eine Hauptstadt der Kultur. Aber der Ausbruch von Fremdenfeindlichkeit, von offenem Fremdenhass und von Gewalt wird genau und mit Schrecken gesehen, und zwar weltweit. Wie wir Menschen aus anderen Ländern hier empfangen und mit ihnen umgehen, wird weiterhin die Wahrnehmung der Stadt prägen. Was kann ein Austausch über Ländergrenzen und Kontinente dazu beitragen, das Verständnis zu ändern? Weltoffenheit ist eine inspirierende Verpflichtung! Indem sie klar macht, dass Kunst durch Austausch zwischen Kulturen entsteht, dass wir auf die Anderen hören müssen, um unser Eigenstes erschließen und entwickeln zu können. Auch liegt uns an der Verbindung der verschiedenen Künste, die in besonderer Weise neue Erfahrungen ermöglicht, zu sehen was jeder für sich selbst lernen kann. Denn jeder Betrachter sollte lernen, was wichtig und nicht wichtig ist. Dies geschieht über Erfahrung und durch Bewegung. Kunst sollte bewegen, den Menschen bewegen, nicht bei Google die Antwort finden, sondern im Museum, in der Ausstellung, im Diskurs mit der Kunst, der unmittelbaren Antwort durch Erfahrung und Austausch.

Nach der OSTRALE´O16 werden wir uns gemeinsam auf Positionen und Weiterentwicklungen in Fundamental vom 01.10.-30.10.2016 in Poznań zur 5. Mediations Biennale wiederfinden.

Danach startet das Austauschprojekt in Nairobi, Kenia.